← Alle Artikel

Schach-AG an der Schule gründen: So gewinnt dein Verein eine Kooperationsschule für 2026/27

Schach-AG an der Schule gründen: Praxisleitfaden für Vereine zur Ansprache der Schulleitung, Honorarvertrag, Versicherung und Übergang in den Verein.

Schach-AG an der Schule gründen: So gewinnt dein Verein eine Kooperationsschule fürs Schuljahr 2026/27

Wer im September mit einer Schach-AG starten will, muss in den nächsten zwei bis drei Wochen mit der Schulleitung gesprochen haben. Schulen planen die AG-Angebote für das kommende Schuljahr im Mai. Danach sind Stundenpläne und Räume meistens vergeben.

Eine Schach-AG ist der ehrlichste Hebel, den ein Schachverein hat. Du erreichst Kinder nicht über Flyer im Briefkasten, sondern dort, wo sie ohnehin jede Woche sind. Richtig aufgezogen entsteht aus der AG nach einem Schuljahr eine stabile Brücke in den Verein.

Dieser Beitrag geht durch die konkreten Schritte: Ansprache der Schulleitung, Absicherung des Übungsleiters, Material und der Übergang vom AG-Kind zum Vereinskind.

Die Ansprache der Schulleitung: Was Schulen wirklich hören wollen

Der häufigste Fehler ist die Mail mit “Wir würden gerne eine Schach-AG anbieten”. Schulleitungen bekommen solche Anfragen oft. Was sie brauchen, ist keine weitere Idee, sondern eine Lösung.

Überleg dir vor dem Anruf, was du der Schule abnimmst. Schulen suchen Personen, die Kinder zuverlässig eine Schulstunde lang beschäftigen, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen können und nicht in der dritten Woche absagen. Wer das im ersten Satz mitliefert, hebt sich sofort ab.

Ein guter Einstieg läuft über das Sekretariat. Frag nach der Person, die Ganztagsangebote oder AGs koordiniert. An Grundschulen ist das oft die Schulleitung, an weiterführenden Schulen meist die Ganztagskoordination. Bitte um einen Termin von 15 Minuten in der Schule. Bring mit:

  • Wer ihr seid (Verein, Mitgliederzahl, Jugendabteilung)
  • Wer die AG leiten würde, mit Name und kurzer Schach-Vita
  • Erweitertes Führungszeugnis für den Übungsleiter (oder Bestätigung, dass es vorliegt)
  • Konkretes Konzept: Klassenstufe, Wochentag-Vorschlag, Dauer 60 oder 90 Minuten, idealerweise Gruppen von 10 bis 12 Kindern (an Grundschulen melden sich oft mehr an, dann braucht ihr eine Teilung oder einen zweiten Übungsleiter)
  • Hinweis, dass ihr Material mitbringt

Sag offen, was du dir wünschst: einen Raum, einen festen Termin, und ob über die Schule abgerechnet oder direkt mit den Eltern bezahlt wird. Beides kommt vor.

Honorarvertrag, Übungsleiter, Versicherung: Vorher klären

Bevor du der Schule zusagst, brauchst du drei Punkte geklärt: Wer leitet, wie wird abgerechnet, wer ist versichert.

Zur Person des Übungsleiters: Ideal ist jemand mit einer aktuellen Schulschach- oder Breitenschach-Lizenz des DSB. Pflicht ist die Lizenz nicht, sie hilft aber bei Schulleitung, Landesverband und Förderung. Falls niemand bei euch eine Lizenz hat, lohnt der Blick ins DSB-Schulschachreferat oder zum Landesverband nach den nächsten Lehrgängen. Viele Landesverbände bezuschussen die Ausbildung, wenn der Trainer danach im Verein aktiv ist.

Zum Honorar gibt es grob zwei Modelle. Erstens: Die Schule beauftragt Übungsleiter oder Verein direkt und zahlt ein Honorar pro AG-Stunde. Zweitens: Die Eltern zahlen einen Kursbeitrag pro Halbjahr an den Verein, der dann den Übungsleiter auszahlt. Welches Modell passt, hängt davon ab, ob die AG ins offizielle Ganztagsprogramm fällt oder ein privates Zusatzangebot ist. Frag die Schulleitung, was an ihrer Schule üblich ist.

Zur Versicherung: Ist der Übungsleiter über deinen Verein tätig und Vereinsmitglied, ist er in der Regel über die Sportversicherung des Landessportbundes mitversichert. Die Kinder sind über die gesetzliche Schülerunfallversicherung abgesichert, aber nur, solange die AG offiziell ins Schulangebot oder Ganztagsprogramm aufgenommen ist. Eine “Privat-AG im Schulgebäude” ist ausdrücklich nicht automatisch versichert. Lass dir den Status im Zweifel von der Schule schriftlich bestätigen. Läuft die AG außerhalb der Schule, brauchst du eine eigene Lösung über eine Vereinszusatzversicherung.

Zum Material: Du brauchst Schulschachbretter mit Vinylfiguren in Turniergröße (Königshöhe etwa 95 Millimeter), mindestens sechs Sets für eine Gruppe von zwölf Kindern, dazu ein Demonstrationsbrett. Schachuhren sind erst später Thema. Viele Landesverbände und das DSB-Schulschachreferat haben Materialprogramme, mit denen Schulen oder Vereine Material vergünstigt oder gefördert bekommen. Eine Mail an den Schulschachreferenten deines Landesverbands ist in zehn Minuten geschrieben.

Vom AG-Kind zum Vereinsmitglied: Der Übergang ist die eigentliche Arbeit

Hier passiert der Fehler, der Vereine die meisten Mitglieder kostet. Die AG läuft super, die Kinder sind begeistert, am Ende des Schuljahrs landet niemand im Verein. Weil niemand sie gefragt hat.

Plane den Übergang von Anfang an mit. Drei Dinge helfen:

Erstens, den Verein sichtbar machen. Erzähl in der ersten und in der letzten AG-Stunde drei Sätze über den Verein, wo ihr spielt, wann das Jugendtraining ist, wer dahinter steht. Bring einmal ein Vereinsshirt mit. So verbinden Kinder Schach nicht nur mit der Schule, sondern auch mit dem Ort, an dem es weitergeht.

Zweitens, ein Schnuppertermin im Verein. Lade die AG-Gruppe einmal pro Halbjahr zum Vereinsabend ein, idealerweise an einem Tag mit Jugendtraining. Eltern dürfen mitkommen, es gibt Kuchen, die Kinder sehen den Raum und lernen die anderen Jugendlichen kennen. Das ist der Moment, in dem aus einem AG-Kind ein potenzielles Vereinskind wird.

Drittens, ein Anmeldegespräch ohne Druck. Gegen Ende des Schuljahres bekommen die Eltern, deren Kinder weitermachen wollen, ein einfaches Anmeldeformular. Idealerweise mit reduziertem ersten Halbjahresbeitrag oder dreimonatigem Schnuppermitgliedsstatus. Niemand sollte sich die Mühe einer ganzen AG machen und am Schluss die letzte Hürde stehen lassen.

Wer den Übergang sauber plant, kann erfahrungsgemäß neue Vereinsmitglieder über die AG gewinnen. Über mehrere Jahre und mehrere Kooperationsschulen ist das ein verlässlicher Zustrom, den keine Flyer-Aktion ersetzt.

Was du jetzt konkret tun kannst

Setz dich diese Woche hin und mach drei Dinge: Liste mit zwei oder drei Schulen in eurem Einzugsgebiet anlegen. Intern klären, wer die AG leiten würde und ob die Person ein erweitertes Führungszeugnis hat. Bis Ende der Woche bei der ersten Schule anrufen und einen Termin vereinbaren. Mehr ist es zu Beginn nicht.

Wir bauen mit schachheim.de eine Software, die Schachvereinen genau bei solchen Themen den Rücken freihält: Eltern-Kommunikation, AG-Anmeldelisten, Mitgliederverwaltung und Turnierorganisation an einem Ort. Damit ihr nicht nebenbei Excel pflegt, während ihr die Schule überzeugt. Wenn du in der Beta dabei sein willst, trag dich auf der Warteliste auf schachheim.de ein.

Viel Erfolg beim ersten Anruf. Der ist meistens der schwerste.

Dein Verein.
Im Vorteil.

Jetzt Frühzugang sichern — wir melden uns beim Start.